Unsere Pfarrgemeinde ist Teil der Seelsorgeeinheit Bad Schönborn-Kronau. Zusammen mit den Pfarrgemeinden St. Lambertus Mingolsheim und St. Vitus Langenbrücken bilden wir diese Seelsorgeinheit. Unsere Pfarrgemeinde St. Laurentius Kronau zählt 4150 Katholiken und gehört dem Dekanat Bruchsal an. 

pfarrkirche stlaurentius 

Patron der Kronauer Kirche ist von alters her der heilige Laurentius, mit dem heiligen Stephanus einer der beiden Proto- oder Erzmärtyrer. Der wohl im Spanien des frühen dritten Jahrhunderts Geborene war um die Mitte des Jahrhunderts einer der sieben Diakone der Christengemeinde in Rom. Als Papst Sixtus II. im Jahre 258 hingerichtet wurde, verschenkte er – entweder auf dessen Veranlassung oder aus eigener Initiative – den Kirchenschatz, was ihm von Kaiser Valerian sehr verübelt wurde. Der Kaiser ließ ihn foltern und auf einem Rost über offenem Feuer hinrichten. Der Rost wurde daraufhin das Erkennungszeichen des Heiligen. Laurentius zählt zu den am Meisten verehrten Heiligen der katholischen Christenheit.

Über das Aussehen der ersten Kronauer Kirche ist wenig überliefert. Erstmals 1401 urkundlich erwähnt, stand sie bereits an der Stelle des heutigen Baus - damals allerdings noch ganz am südlichen Rand der Siedlung. Über Jahrhunderte hinweg änderte sich daran kaum etwas, wie ein Ortsplan zeigt, der 1755 angefertigt wurde. Ihm ist immerhin zu entnehmen, dass das Kirchlein um 90 Grad gedreht, mit dem Chor nach Osten ausgerichtet stand, also zur heutigen Kirchstraße hin. Dieser Befund wurde durch archäologische Funde bei der Fußbodenerneuerung bestätigt.

1755 war der neue Turm der Kirche fertig geworden. Allerdings nutzte er die Fundamente und die ersten drei Stockwerke des alten Turms. (Diese Teile sind bis heute erhalten. Sie dürften noch aus romanischer Zeit stammen, da sich das Erdgeschoß in einem kräftigen, heute noch sichtbaren Rundbogen nach dem ehemaligen mittelalterlichen Langhaus öffnete) Die Gemeinde hatte zwar auf den Neubau einer größeren Kirche gedrängt, aber so weit hatte der damals zuständige Speyerer Fürstbischof von Hutten nicht gehen wollen. Neben dem Turm gab es stattdessen für die Pfarrei ein neues, heute noch vorhandenes Pfarrhaus. Bei der Kirche blieb es bei Provisorien, die jedoch erstaunlich zählebig waren. Hauptproblem war die Finanzierungsfrage.

Auch als die Gemeinde 1832 wieder einmal einen Vorstoß wegen der „Vergrößerung ihrer Pfarrkirche“ machte, weil die alte  Kirche von den fast 1.000 Seelen „nur zur größten Noth nur vierhundert“ fasse („Die übrigen müssen theils auf der Stiege stehen, theils außerhalb der Kirche bleiben“) und dies von der zuständigen Behörde bestätigt wurde, blieb alles beim Alten, als es ums Geld ging. Erst 1860 zeichnete sich eine Änderung ab. Am 18. Juli jenen Jahres hatten die Kronauer Bürger darüber abzustimmen, ob sie willens wären zu den geplanten Neubau-Kosten von 16.,000 Gulden einen Beitrag von 10.000 Gulden zu leisten. Das Ergebnis war mit 59:1 ganz eindeutig zustimmend. Allerdings hatte nur etwa ein Viertel der Stimmberechtigten tatsächlich abgestimmt.

1861/62 wurde verwirklicht, worauf man in Kronau mehr als ein Jahrhundert gewartet hatte. Das hatte zumindest einen Vorteil: Der katholische Kirchenbau, der nach Säkularisation von der evangelischen badischen Landesregierung sehr stiefmütterlich behandelt worden war, erhielt wieder höheren Stellenwert; 1864 wurde der Kirche sogar die Einrichtung eines eigenen erzbischöflichen Bauamtes gestattet. Die Kronauer Kirche entstand in einer Zeit des organisatorischen wie kirchenbau-ästhetischen Umbruchs.
Der großherzoglich-badische Baudirektor Heinrich Hübsch (1795-1863) lieferte die Entwürfe.

Hübsch hatte sich für eine einfach gehaltene Saalkirche mit einer Grundfläche von knapp 40 Meter Länge und gut 17 Meter Breite entschieden, deren Äußeres bloß durch wenige Zierelemente ganz zurückhaltend gegliedert war: die Längsseiten durch sechs nur leicht hervortretende gebänderte Strebepfeiler, weitergeführt bis in die frontale Giebelseite, wo ein negativ getrepptes Band den Abschluss zum einfachen Satteldach bildet. Stilistisch lässt sie sich weder den später so beliebten neoromanischen, noch den neogotischen Varianten zuordnen. Der vorhandene Turm wurde beibehalten.

Die Grundsteinlegung des Gotteshauses erfolgte am 23. April 1861 und seine Weihe schon am 20. August 1862 durch Nikolaus Weiß, den Bischof von Speyer, zu dessen Diözese Kronau Jahrhunderte gehört hatte, ehe es 1827 zum neu begründeten Erzbistum Freiburg kam. Die Gemeinde wuchs jedoch weitaus schneller, als man dies bei der Planung für möglich gehalten hatte.
Schon vor dem Ersten Weltkrieg musste über eine Erweiterung nachgedacht werden; eine Bedarfsberechnung vom Frühjahr 1912 ergab einen Mangel von fast 50 Prozent. Wenig später wurden deshalb von der Kirchengemeinde zwei angrenzende Wohnhäuser erworben. Durch den Ersten und dann auch noch den Zweiten Weltkrieg erfuhr das Vergrößerungsprojekt eine jahrzehntelange Verzögerung. Außerdem musste auch noch zuerst der stark einsturzgefährdete, im 18. Jahrhundert erbaute obere Turmteil völlig neu aufgebaut werden (1951) und anschließend hatte die Erweiterung der Sakristei (wobei in ihrem Keller auch Platz für eine Heizung der Kirche geschaffen wurde) Vorrang (1953).

Erst in den 1960er Jahren konnte die Erweiterung verwirklicht werden. Der Nusslocher Architekt Carl Herb passte sich in seinen Plänen ganz dem Vorhaben an; die originale Hauptfassade wurde abgetragen und – entsprechend versetzt – wieder neu aufgebaut. Das Langhaus wurde um zwei Achsen mit insgesamt neun Metern Länge vergrößert. Deutlich erweitert wurde
auch die Empore, um den Raum optisch zu verkürzen.

2012 wird die Kronauer Laurentius-Kirche 150  Jahre alt. Dass man ihr dieses Alter in gewisser Weise nicht ansieht – dass sie so strahlend wie bei ihrer Entstehung wirkt – ist ihrer sorgfältigen Pflege und drei großen Renovierungsmaßnahmen zuzuschreiben. Jedes Mal wurde dabei aber nicht nur das Vorhandene ausgebessert, sondern auch durch Neues ergänzt (und zum Teil ersetzt). Ihr heutiges Inneres nimmt zwar deutlich auf den Entstehungszustand Bezug, hat ihn jedoch – insgesamt gesehen – auf sehr harmonische Weise fortentwickelt und den gegenwärtigen Anforderungen angepasst.

Die erste große Renovierungsaktion fand um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert statt. Nachdem man sich zuvor immer nur mit kleineren Reparaturen beholfen hatte, stand nach rund 40 Jahren die erste Generalüberholung an. Die Gelegenheit wurde zum einen für eine gewisse Modernisierung genutzt (vor allem hielt die elektrische Beleuchtung  Einzug) zum anderen ermöglichte es die Spendenfreudigkeit der Gemeinde, den Schmuck der Kirche zu erweitern: Aus dieser Zeit stammen die Gemälde im Chor, die farbigen Fenster und die Skulpturen im Langhaus. Ob die „Dekorationsmalerarbeiten“, für die der  Endinger Maler Max Sterz bezahlt wurde, nur Erneuerungen des Bestehenden waren oder Neuschöpfungen, ist unklar. Die nächste große Renovierung wäre wieder etwa 40 Jahre später fällig gewesen, wurde aber durch Krieg und Nachkrieg verzögert. Erst 1953 konnte das damals am Wichtigsten Erscheinende in Angriff genommen werden: die Übertünchung der Ausmalung. Weitere Eingriffe wurden zurück gestellt. Noch vor dem 100. Geburtstag der  Kirche ließ Pfarrer  Edmund Fleck  jedoch die originalen Altäre durch neue Marmor-Konstruktionen ersetzen. Nach der daran anschließenden Erweiterung des Gebäudes war die grundlegende Umgestaltung des Inneren abgeschlossen.

Ende der 1980er Jahre war es soweit, an eine erneute größere Renovierung zu denken. Der Innenputz war schadhaft geworden; die Orgel musste überholt werden. Außerdem bedurften die Heizung und die Elektroinstallation der Erneuerung. Da lag es nahe, sich auch grundsätzliche Gedanken zu machen. Man versuchte eine harmonische Verschmelzung von Alt und Neu. Eine vollständige Restauration des Urzustandes der Kirche wurde von vornherein nicht beabsichtigt: Dazu war ihre Ausstattung nicht wertvoll genug gewesen und der zu erwartende  Aufwand viel zu groß. Stattdessen wurde der schon bei ihrer Erbauung zugrunde liegende  Ansatz einer bewussten Aufnahme, aber auch Weiterentwicklung der historischen Formensprache fortgesetzt. Am Deutlichsten ist dies bei den Malerarbeiten abzulesen: Auf die ursprünglich – und bis in die 1950er Jahre hinein – vorhandene völlige Ausmalung mit dekorativem Rankenwerk wurde verzichtet. Nur die Architektur gliedernden Bauteile erhielten wieder ihre frühere Bemalung: Pilaster und Fensterumrahmungen wurden dezent, zweifarbigen Sandstein imitierend, bemalt, die Rippen im Altarraum durch zusätzliche Ornamente akzentuiert. Außerdem wurde die Holzdecke von ihrer  Verschalung befreit und wieder ihre ursprüngliche Ornament-Bemalung herausgearbeitet.

hochaltar-kirche-kronauMittelpunkt der Kronauer Kirche ist der neue historisierende Hochaltar, dessen zentraler Auferstehungschristus einer Skulptur von Adrian de Vries nachempfunden ist, während die beiden flankierenden  Bildtafeln eigene Entwicklungen sind (links: das Wunder zu Kana, rechts: die Brotvermehrung).  Mit dem neuen Zelebrationsaltar, der durch ein geschnitztes Letztes Abendmahl geschmückt ist, und dem Ambo, dessen Vorderseite Jesus als guten Hirten zeigt, war ein liturgisches Ensemble entstanden, das im Gewand der Tradition allen modernen Anforderungen entsprach – ein Konzept, wie es auch im späten 19. Jahrhundert vorherrschte und den damaligen Kirchenbau prägte. Am 10. Mai 1992 wurden die neuen Altäre geweiht.

 

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