Die Rochuskapelle

 

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  (Außenansicht im Jahre 2004 - Foto: FD)

 Im Jahre 1666 raffte die Pest in Speyer täglich 20 bis 30 Menschen dahin. Auch im nahen Oberhausen hatte sich die Seuche schon ausgebreitet. In dieser drohenden Gefahr beteten die Mingolsheimer zum Pestpatron, dem heilige Rochus, und gelobten den Bau einer Kapelle, wenn sie von der Pest verschont blieben. Ihr Gebet wurde erhört und schon im folgenden Jahr bauten Mingolsheimer Bürger mit Unterstützung des Kislauer Fauten Hetzrad eine kleine Rochuskapelle.

Eine weitere Belebung erfuhr die Rochuswallfahrt im Jahr 1742 durch die Gewährung eines vollkommenen Ablasses durch Papst Benedikt XIV. Die kleine frühbarocke Kapelle konnte den Zustrom der Gläubigen nicht mehr fassen und galt als baufällig. Bischof F.Ch. von Hutten ließ daher eine neue, größere Kapelle im Barockstil errichten. Diese 1750/51 erbaute Kapelle entsprach völlig dem Stilempfinden jener Zeit. Um sich ein Bild machen zu können, kann man sich bayrische Wallfahrtskapellen mittlerer Größe vorstellen.
Die Wendelinuskapelle bei Nussbach (Ortenau) ist ein gutes Beispiel, wie unsere Rochuskapelle zu jener Zeit ausgesehen haben könnte.
Nach der Säkularisierung trat eine Zeit des Verfalls ein. Das Bistum und Hochstift Speyer befand sich in einer sehr schwierigen Lage. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts musste die Kapelle auf Befehl der Großherzogischen Regierung, jedoch gegen den Widerstand der Mingolsheimer Bevölkerung, abgebrochen werden.
1895 konnte durch Weihbischof Justus Knecht die neugotische Rochuskapelle eingeweiht werden. Sie entstand auf Initiative und Stiftung der Mingolsheimer Bürger und wurde vorwiegend von ortseigenen Handwerksbetrieben erbaut.
In der Zeit nach dem zweiten vatikanischen Konzil wurde die Innenbemalung und Teile der Ausstattung entfernt. Letztere konnten in den vergangen 20 Jahren zurückgeholt und liebevoll restauriert werden, so dass die Rochuskapelle heute ein Kleinnod neoromanischer Baukunst ist.
Im Jahr 1988 konnte aus Herrenbaumgarten - Oberösterreich, eine komplett erhaltene Orgel des böhmisch - mährischen Orgelbauers Matthias Strmiska aus dem Jahr 1910 erworben werden.
Liebevoll restauriert durch die Orgelbaufirma Späth, March-Hugstetten, bildet sie heute mit ihren 11 Registern den Mittelpunkt der Kapelle. Dieses Instrument steht unter Denkmalschutz. 

Aktueller Beitrag zur Orgel  Denkmalorgel der Rochuskapelle

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Öffnungszeiten Kapelle:
Geöffnet 1. Mai bis 31. Oktober zu folgenden Zeiten:
Sonn- und Feiertags: 10:00 - 19:00 Uhr
Dienstags: 13:00 - 19:30 Uhr
19:00 Uhr Hl. Messe

 

 

 

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(Festplatz hinter der Rochuskapelle Foto: FD | 2004)

 


 

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